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Rechenzentrum Birstein: Großprojekt von außergewöhnlicher Dimension

Rechenzentrum Birstein: Großprojekt von außergewöhnlicher Dimension

Zum geplanten Rechenzentrum in Birstein äußern sich die VORSPRUNG-Leser Karl und Liane Müller in diesem Leserbrief.

Höfler Fenster

"Bei der Bürgerversammlung wurde der geplante Bau eines Rechenzentrums mit einer Leistung von 200 Megawatt vorgestellt. Über die tatsächlichen Dimensionen dieses Vorhabens wurde jedoch kaum gesprochen. Ein Rechenzentrum dieser Größenordnung zählt zu den größten derzeit in Deutschland geplanten Projekten und bewegt sich auch europaweit in einer Größenordnung, die nur wenige Standorte erreichen. Während viele Rechenzentren Leistungen zwischen 10 und 50 Megawatt aufweisen, soll in Birstein eine Anlage mit dem Vier- bis Zwanzigfachen dieser Kapazität entstehen.

Hinzu kommt eine Gebäudehöhe von rund 20 Metern, was etwa einem siebenstöckigen Hochhaus entspricht. Die Auswirkungen eines solchen Industrieprojekts auf Landschaftsbild, Ortscharakter und Umgebung wären dauerhaft und nicht mehr rückgängig zu machen. Es geht hierbei nicht um eine gewöhnliche Gewerbeansiedlung, sondern um ein Großprojekt von außergewöhnlicher Dimension, das das Erscheinungsbild Birsteins für Generationen prägen würde.

Wir appellieren daher an die Gemeindevertretung, ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie den künftigen Generationen gerecht zu werden und einem Rechenzentrum in dieser Größenordnung nicht zuzustimmen."

Karl und Liane Müller
Birstein

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Kommentare

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Klaus
11 stunden vor
Wir müssen uns in Deutschland nicht wundern, dass wir bei vielen Zukunftsthemen immer weiter zurückfallen.

Fast jeder ist für Digitalisierung, sichere Energieversorgung, moderne Infrastruktur, Rechenzentren, Stromnetze oder erneuerbare Energien. Doch sobald ein konkretes Projekt vor Ort geplant wird, formieren sich Bürgerinitiativen. Dann geht es plötzlich um das Landschaftsbild, Sichtachsen oder darum, dass bitte alles gebaut wird, nur nicht in der eigenen Nachbarschaft.

Egal welche Partei künftig regiert. CDU, SPD, Grüne oder vielleicht irgendwann andere politische Mehrheiten. Die Herausforderung bleibt dieselbe. Wir können nicht ständig nach Fortschritt rufen und gleichzeitig jedes einzelne Vorhaben verhindern.

Groß-Gerau, Maintal und viele weitere Beispiele zeigen ein Muster, das sich immer häufiger wiederholt.

Am Ende werden nicht die heutigen Projekte den kommenden Generationen schaden, sondern die Chancen, die wir aus Angst, Bequemlichkeit oder Widerstand ungenutzt verstreichen lassen.
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