„Blasmusik rockt - von Klassik bis Pop“, dieses Motto setzte der Musikverein Kassel mit einem mitreißenden Programm perfekt an diesem Konzertabend um. Hierbei wechselte das Orchester zwischen Klassik, Film und Musical mühelos das Genre und sorgte für einige Überraschungen und klangvolle Highlights. Kraftvoll und intensiv begannen die Musiker mit „Innuendo“ von Freddy Mercury den Abend. Feurige spanische Klänge verschmolzen bei schnellen Tempiwechseln mit melancholischen Flöten- und Klaviersoli in ein beeindruckendes Orchesterwerk, das die Zuhörer von Beginn an in seinen Bann zog.
Das weltbekannte "Vilja-Lied" von Franz Lehár aus der Operette "Die Lustige Witwe", interpretiert und gefühlvoll dargeboten von Sopranistin Diana Christ, war das erste Highlight des Konzertabends. Mit Diana Christ konnte der Musikverein eine Gesangssolistin gewinnen, die mit ihrer ausdrucksvollen Stimme für Begeisterung sorgte. Mit Mussorgsky´s Tongemälde „Bilder einer Ausstellung“ und den zwei Sätzen „Die Hütte der Baba Yaga“ und „Das Große Tor von Kiew“ wagten sich die Musiker auch an schwere Kost ran.
Hier sorgte das Orchester für spannungsgeladene Klangerlebnisse. Nach einem feierlichen Mittelteil, der an russisch-orthodoxe Gesänge erinnert, folgte der fulminante Schlussteil mit einem siegreichen Schlussakkord. Gefühlvoll wurde es bei den Songs „Send in the Clowns“ mit Paul Momberger als Gesangssolist. Momberger brachte diesen melancholischen Song ausdrucksstark und klangvoll dar. Ebenso faszinierte er stimmgewaltig bei dem Musical-Song „Somewhere“ aus der West Side Story. Instrumental begeisterte das Orchester bei der mitreißenden Filmmusik von „Robin Hood“, bei dem der vierstimmige Hornsatz virtuos brillierte, den Highlights aus dem Musical „The Greatest Showman“ und dem filigran gespielten Marsch „Einzug der Gladiatoren". Simon und Garfunkel, alias Jannik Heinze und Jochen Magel, interpretierten den gefühlvollen Song „Bridge over troubled water“ und überzeugten mit viel Bühnenpräsenz. Moderator Christoph Schraub verstand es wieder vortrefflich, die Zuhörer mit auf eine Reise durch den Abend zu nehmen, und brachte informativ und charmant die einzelnen Musikstücke näher.
So nahm er die Zuhörer mit in die Welt des Westerns und Lagerfeuerromantik. Mit der Filmmusik aus „Winnetou und Old Shatterhand“ ging ein Raunen durch das Publikum und ebenso gefühlvoll und eingängig präsentierte das Orchester die bekannte Melodie, die viele Generationen vor dem TV begeistert hat. Bei „Rawhide“ blieb man im Westerngenre und hier sorgte Sebastin Knobloch mit dem Chor im Westernoutfit bestehend aus Jannik Heinze, Jochen Magel, Marvin Elsesser und Paul Momberger für gute Stimmung. „Childs Anthem“ und „Hold the line“ läuteten den zweiten Teil temporeich und kraftvoll nach der Pause ein. Hier brillierte Jannik Heinze mit ausdrucksvollem Gesang für ein weiteres Highlight und begeisterte mit seinen Gesangskünsten. Für Gänsehaut sorgte der Musicalsong aus Elisabeth „Ich gehör nur mir“. Diana Christ erneut mit ihrem gefühlvollen Gesang restlos das Publikum. So manche Träne der Rührung wurde bei den Musikern und den Zuhörern verdrückt, so zog Christ die Zuhörer in ihren Bann.
Bei „When the rain begins to fall“ setzte sich ein weiteres Gesangsduo in Szene. Luisa Elsesser und Jannik Heinze rockten diese Nummer gesanglich souverän. Gesangssolist Sebastian Knobloch überzeugte mit „Purple Rain“. Für ein besonderes Highlight sorgte dabei Peter Reitz mit einem beeindruckenden Gitarrensolo, das vom Publikum mit großem Applaus gefeiert wurde, während zahlreiche Handylichter den Saal erleuchteten. Bei „Hard to Say I’m Sorry“ von Chicago standen erneut Luisa Elsesser und Jannik Heinze auf der Bühne und interpretierten den gefühlvollen Song äußerst überzeugend. Bevor schließlich mit „Jump“ noch einmal alle Register gezogen wurden: Hans-Peter Elsesser am Keyboard, Peter Reitz an der Gitarre, Sebastian Knobloch am Gesang sowie der kraftvolle Klang des Orchesters ließen den Saal ein weiteres Mal erbeben.
Vorsitzender Michael Werth dankte allen Mitwirkenden des Abends – dem Orchester, den Gesangssolisten, der Band sowie der Licht- und Soundtechnik – und hob besonders den musikalischen Leiter Paul Momberger sowie Moderator Christoph Schraub hervor. Er zeigte sich erfreut über das durchweg positive Feedback und betonte, dass die Begeisterung der Musiker schnell auf das Publikum übergesprungen sei. Für einen stimmungsvollen Abschluss sorgte zunächst die Zugabe „Ain’t No Mountain High Enough“, bei der Diana Christ, Luisa Elsesser und Jannik Heinze mit harmonischem, dreistimmigem Gesang überzeugten. Doch auch danach verlangte das Publikum nach mehr: Mit „Rawhide“ und einem Auftritt im Cowboyoutfit setzten die Musiker schließlich einen humorvollen und mitreißenden Schlusspunkt unter einen glanzvollen Konzertabend voller Höhepunkte.




