TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Harald Schmid in der „Hall of Fame des deutschen Sports“

Harald Schmid in der „Hall of Fame des deutschen Sports“

Am 16. Juli 2016 wurden 16 Persönlichkeiten in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen, die nach den Olympischen Spielen 1972 in München bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 herausragende sportliche Erfolge erzielt haben.

Dazu gehört auch Harald Schmid, der bekannteste Leichtathletik der Gemeinde Hasselroth, der in seiner aktiven Laufbahn für den TV Gelnhausen startete. Obwohl er nie Olympiasieger oder Weltmeister wurde, galt Harald Schmid als der westdeutsche Muster-Sportler. Unvergessen sind die Duelle über 400 Meter Hürden mit dem übermächtigen US-Amerikaner Edwin Moses. In Europa allerdings war Schmid über ein Jahrzehnt hinweg die Nummer eins und dreimal Europameister über seine Spezialstrecke.

Schmids Stern ging 1976 auf, als der Athlet vom TV Gelnhausen den Junioren-Weltrekord über 400 Meter Hürden verbesserte und in Montreal mit der 4x400-Meter-Staffel zu Olympia-Bronze lief. In Prag folgte 1978 der erste EM-Titel über seine Spezialstrecke, zudem gehörte er zur Goldmannschaft über 4x400 Meter flach. 1979 folgte Gold über 400 Meter flach bei den Studenten-Weltmeisterschaften in Mexiko-Stadt. Vor den Olympischen Spielen 1980 lief Schmid Weltjahresbestzeit über diese Strecke, konnte aber wegen des Boykotts in Moskau nicht mit um die Medaillen laufen. 1982 verteidigte er in Athen seine EM-Titel im Einzel und mit der Staffel und lief dabei über 400 Meter Hürden in 47,48 Sekunden Europarekord.

Harald Schmid war auf dem Zenit angekommen, konnte auf Weltebene aber nicht an Edwin Moses vorbeiziehen, selbst wenn es oft knapp war: 1983 bei WM-Silber in Helsinki genauso wie 1984 bei Olympia-Bronze in Los Angeles oder beim legendären WM-Rennen 1987 in Rom. Damals zollte Moses seinem Anfangstempo auf der Zielgeraden Tribut, Landsmann Danny Harris und Schmid kamen näher. Nur hauchdünn lag Moses mit 47,46 Sekunden im Ziel vor Harris und Schmid, die mit 47,48 Sekunden die gleiche Zeit erreichten. Auch ohne WM-Gold wählten die westdeutschen Sportjournalisten Schmid Ende des Jahres zum zweiten Mal nach 1979 zum Sportler des Jahres. Ein weiterer Karrierehöhepunkt war zuvor die Heim-EM 1986 in Stuttgart gewesen: dritter EM-Titel in Folge über 400 Meter Hürden sowie Silber mit der 4x400-Meter-Staffel.

Nach seiner Karriere engagierte sich der promovierte Sportwissenschaftler als Präsidiumsmitglied der Deutschen Olympischen Gesellschaft (1989 bis 1991), als Berater des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (1992 bis 1994) und in der Athletenkommission des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (1991 bis 1999). Seit 1994 ist Schmid für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Kampagne „Kinder stark machen“ tätig und schult Multiplikatoren zur „Suchtvorbeugung im Sportverein“

Die Deutsche Sporthilfe hat die „Hall of Fame des deutschen Sports“ anlässlich der Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“ 2006 vor genau zehn Jahren ins Leben gerufen, sie besteht nun aus insgesamt 102 Persönlichkeiten der deutschen Sport-Geschichte. Die Hall of Fame existiert „virtuell“ im Internet und tourt zusätzlich als interaktive Wanderausstellung durch ausgewählte deutsche Städte. Derzeit gastiert sie im „centrovital“ in Berlin-Spandau. Weitere Informationen unter www.hall-of-fame-sport.de

Bürgermeister Uwe Scharf gratuliert Harald Schmid herzlich zur Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports und freute sich ihn aus diesem Anlass zu einem Meinungsaustausch zu treffen. „Wir freuen uns mit Harald Schmid, dass seine Erfolge, aber auch sein besonderes Engagement in Sachen „Kinder stark machen“ durch diese Auszeichnung nochmals besonders gewürdigt wird.“

Textquellen: www.sporthilfe.de; http://www.hall-of-fame-sport.de/

Foto: Bürgermeister Uwe Scharf und Dr. Harald Schmid.

Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis