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Hasselroth: Dr. med. Ina-Marlen Ott übernimmt Hausarztpraxis von Ernst Weingärtner

Hasselroth: Dr. med. Ina-Marlen Ott übernimmt Hausarztpraxis von Ernst Weingärtner
Von links: Praxismanagerin Sara Seitz, Allgemeinmediziner Ernst Weingärtner, medizinische Fachangestellte Heike Roth, Dr. med. Ina-Marlen Ott und Bürgermeister Matthias Pfeifer.

Die hausärztliche Versorgung im Hasselrother Ortsteil Neuenhaßlau ist vorerst gesichert: Zum 1. Juli 2026 übernimmt Dr. med. Ina-Marlen Ott aus Freigericht-Somborn die Praxis von Ernst Weingärtner, der damit die gewünschte Nachfolgeregelung gefunden hat. Weingärtner wird noch mindestens drei Jahre in Neuenhaßlau als Hausarzt tätig sein und will dann voraussichtlich seinen Ruhestand antreten. „Für die Patienten ändert sich nichts“, freut sich Weingärtner, der seit 1998 in Neuenhaßlau die Praxis betreibt.

Ändern wird sich vor allem der Ablauf im Hintergrund: Beide Praxen werden digital komplett vernetzt, Patienten können zukünftig je nach Bedarf entweder den Hauptsitz in Somborn oder die Zweigstelle in Somborn aufsuchen. Weingärtner wird als angestellter Arzt tätig sein und ist vor allem froh, dass er den Großteil der in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommenen Bürokratie abgeben kann. Zudem gilt die Zukunftsregelung auch für sein Praxismitarbeiterinnen Heike Roth und Kornelia Weingärtner, die als Ansprechpartnerinnen in Neuenhaßlau ebenfalls weiterhin zur Verfügung stehen.

Die Zusammenarbeit ist durch den engen Kontakt von Ernst Weingärtner zu Ina-Marlen Ott entstanden, die ihre Hausarztpraxis in Somborn in fünfter Generation betreibt und deren Großvater bereits in Neuenhaßlau in den 1980er-Jahren vielen Patienten vertraut war. Für sie ist die erste Zweigstelle komplettes Neuland: „Die Zentralisierung der Verwaltungsstrukturen ist die größte Herausforderung“, geht sie diese mit ihrer Praxismanagerin Sara Seitz an. Mit insgesamt fünf angestellten Ärzten in Somborn will sie diese weitergehenden diagnostischen Möglichkeiten nun auch den Patienten von Ernst Weingärtner zur Verfügung stellen. Die Jahre bis zu seinem Ausscheiden sollen genutzt werden, um eine langfristige Nachfolgeregelung zu finden.

Ein Punkt, der auch Bürgermeister Matthias Pfeifer (Soziale Wählergemeinschaft) besonders wichtig ist. Die Suche per Headhunter war erfolglos geblieben, zudem hat die Gemeinde mit der gescheiterten Übernahme der Hausarztpraxis Hauke bereits Lehrgeld gezahlt. Die 40.000 Euro, die das Rathaus diesmal für die Praxisübernahme zuschießt, sieht er daher deutlich besser angelegt. „Die Patienten behalten mit Ernst Weingärtner und dem Praxisteam ihre bewährten Ansprechpartner, außerdem gibt es eine klare Strategie für die Zukunft“, so der Rathauschef.

Was beide Mediziner deutlich machen: Eine Einzelpraxis zu betreiben, wird wirtschaftlich immer weniger lukrativ. Weingärtner befürchtet gar, dass die Situation auf Grund der politischen Vorgaben noch schwieriger wird. „Jetzt haben wir in Neuenhaßlau eine Lösung gefunden, von der sowohl Patienten, Personal, Apotheken und die Gemeinde profitieren.“ Auch die Kassenärztliche Vereinigung hatte mitgespielt und die Genehmigung für die jetzt gefunden Lösung Mitte Mai erteilt.

Wer die neue Konstellation kennenlernen will, ist am 1. Juli in die Praxis im Bornwiesenweg in Neuenhaßlau eingeladen. Von 12 bis 14 Uhr wird dann ein Soft-Opening stattfinden.

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