Bei einem Ortstermin in der Nähe des Brunnens beging er gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kreiswerke Main-Kinzig, Oliver Habekost, und Nidderaus Bürgermeister Andreas Bär (SPD) sowie Erstem Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) das Wasserschutzgebiet.
„Mit der Verordnung für den Tiefbrunnen Eichen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz des Grundwassers und damit zur Sicherung der Trinkwassergewinnung in unserer Region“, hebt Prof. Hilligardt die Bedeutung des nun festgesetzten Schutzgebietes für die öffentliche Wasserversorgung hervor. Gerade angesichts der Herausforderungen durch Klimawandel, Trockenperioden und steigenden Wasserbedarf sei es entscheidend, die natürlichen Wasserressourcen frühzeitig und nachhaltig zu schützen. „Das Wasserschutzgebiet schafft dafür eine wichtige Grundlage und stärkt die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger im westlichen Main-Kinzig-Kreis auch für kommende Generationen“
Bürgermeister Andreas Bär und Erster Stadtrat Rainer Vogel ergänzen: „Nidderau übernimmt mit seinen fünf Brunnen eine wichtige Aufgabe für die Trinkwasserversorgung im westlichen Main-Kinzig-Kreis. Gerade vor dem Hintergrund, dass Trinkwasser zunehmend zu einer knappen und wertvollen Ressource wird, ist der Schutz des Tiefbrunnens Eichen ein bedeutender Beitrag zur langfristigen Sicherung unserer Wasserressourcen und zur zuverlässigen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit sauberem Trinkwasser.“
Kreiswerke-Geschäftsführer Oliver Habekost bezeichnete die Verordnung als wichtigen ersten Baustein, machte aber zugleich deutlich, dass sie allein nicht ausreicht: „Ein Wasserschutzgebiet ist gelebte Vorsorge und unverzichtbar für den Schutz unseres Grundwassers. Es ersetzt jedoch nicht die gemeinsame Verantwortung, den Einsatz von hochwertigem Trinkwasser im Alltag neu zu bewerten, zunehmende Abnahmespitzen zu steuern und Klimafolgen aktiv in den Blick zu nehmen.“ Ziel müsse es sein, die Trinkwasserversorgung angesichts des Klimawandels als einer der zentralen Herausforderungen unserer Zeit auch für kommende Generationen krisenfest zu sichern.
Der Tiefbrunnen zur öffentlichen Trinkwasserversorgung westlich des Nidderauer Stadtteils Eichen besteht seit den 1990er Jahren. Aus ihm darf die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH 160.000 Kubikmeter Grundwasser pro Jahr entnehmen. Sein Einzugsgebiet ist landwirtschaftlich geprägt, wobei die Nitratwertkonzentration im Wasser ausgesprochen gering ist und keine mikrobielle Belastung vorliegt. Mit der Verordnung soll das Einzugsgebiet des Tiefbrunnens geschützt werden.
Die im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgebrachten Bedenken und Einwände hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt in den vergangenen Jahren sorgfältig mit allen Beteiligten erörtert. Insbesondere Gefährdungen im Bereich des Lohmühlgrabens, der in der Nähe des Brunnens vorbeiführt, erforderten intensive Abstimmungen, um zu einvernehmlichen Lösungen zu gelangen. So ist in der Schutzzone II eine Beweidung nur in geringem Umfang unter Auflagen weiter möglich.
Die K851 zwischen Erbstadt und Eichen quert auf einer längeren Teilstrecke die Schutzzone III und zudem in einer Senke die Schutzzone II. Um auf dem Streckenabschnitt das Risiko eines Schadensfalls zu minimieren, soll dieser für kennzeichnungspflichtige Fahrzeuge mit gefährlichen Gütern sowie mit nicht entwässertem Klärschlamm gesperrt werden. Darüber hinaus sollen bei Bedarf weitere organisatorische Maßnahmen ergriffen werden. Im Schadensfall muss kontaminiertes Bodenmaterial umgehend abgetragen werden.
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