Erneuerbare Energien sollen ganz Wächtersbach versorgen

Wächtersbach
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„Keine Frage“, so Bürgermeister Andreas Weiher (SPD) zum Thema Umwelt-und Klimaschutz in Wächtersbach. "Erklärtes Ziel muss es sein, in absehbarer Zukunft den gesamten Bedarf an Energie in Wächtersbach durch die Nutzung erneuerbarer Energien zu decken. An meinem Appell aus dem Jahre 2016 halte ich daher weiter fest. Den Weg dorthin haben wir nie verlassen und Klima- und Umweltschutz wird in den Entscheidungen stets mitgedacht. Der städtische Einsatz für Windkraft, Solarenergie und die zahlreichen weiteren Initiativen aus den letzten Jahren sprechen dabei eine eindeutige Sprache. Nicht umsonst ist Wächtersbach die einzige Kommune im Main-Kinzig-Kreis, die den Titel ‚Klimakommune‘ verliehen bekommen hat“, so der Bürgermeister weiter.

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Die Bilanz der erneuerbaren Energiequellen in Wächtersbach sehe sehr gut aus: Holzhackschnitzel würden im Kraftwerk der Bioenergie verbrannt und per Fernwärme Globus, Rathaus, Bürgerhaus, Feuerwehr, Bauhof, Schwimmbad sowie zahlreiche Unternehmen und private Kunden heizen; darunter auch die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft. Dabei sei hervorzuheben, dass bei der Produktion der Fernwärme zusätzlich noch CO2-neutraler Strom produziert und ins Netz eingespeist werde. Die Nachfrage nach einem Anschluss an die Fernwärme sei in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, sodass Jahr um Jahr das weiter Fernwärmenetz ausgebaut wurde. Zwischenzeitlich sei die Anzahl der Kunden so groß, dass derzeit ein weiterer Block im Fernwärmekraftwerk errichtet wird.

Neben der Wärmeversorgung steige außerdem die Anzahl der Photovoltaik- und Solaranlagen. Beispielweise sei in der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Elisabeth-Curts-Tagesstätte im vergangenen Jahr rund 60.000 KWh Strom produziert worden, was rund dem 20-fachen Jahresverbrauch eines 3-Personenhaushaltes entspräche. Auch auf Feuerwehrgerätehäusern und im Familienbad der Stadt Wächtersbach seinen schon seit längerem Anlagen zur Stromgewinnung installiert und teilweise vermietet worden. Allein auf dem Gerätehaus der Feuerwehr Wittgenborn habe man im vergangenen Jahr so viel Strom erzeugt, dass eine dreiköpfige Familie 15 Jahre mit CO2-neutralem versorgt werden könnte.

Dazu kämen noch die Windkraftanlagen der Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH auf den städtischen Flächen in Neudorf, in der jährlich der Strombedarf von über 3.000 Haushalten produziert werde. Die Bilanz der erneuerbaren Energien verbessere sich für Wächtersbach noch weiter, wenn man die privaten Windkraftanlagen im Wald von Constantia Forst und die privaten Biogasanlagen in Leisenwald und in Neudorf berücksichtige.

Neben diesen Maßnahmen zur Gewinnung von CO2-neutralen Energien, liege in Wächtersbach auch ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung von Energie. Dazu zählten insbesondere die Verwendung von LED-Lampen in der Straßenbeleuchtung und in den städtischen Liegenschaften, wie sie bereits in Kitas, Feuerwehrhäusern sowie Sportstätten installiert worden seien, um den Energieverbrauch zu minimieren. „Bei den Energiereduzierung sind wir auch auf einem guten Weg, haben aber hier noch große Potentiale, die ausgeschöpft werden müssen, um das erklärte Ziel zu erreichen“, gesteht Weiher.

Aber nicht nur die Energiegewinnung oder die Verbrauchsreduzierung habe die Stadt Wächtersbach im Blick. Schon viele Jahre unterstütze die Kommune ihre Einwohner, bei der Installation von Regenauffangbecken, wie beispielsweise Zisternen, um teuer aufbereitetes Trinkwasser zu schonen. „Unter diesem Aspekt kann Wächtersbach sehr stolz sein, dass die Trinkwasserversorgung hier in kommunaler Hand verwaltet wird, damit der maximale Einfluss auf Kosten und Investitionen gewahrt bleibt“, so Andreas Weiher, der gleichzeitig Geschäftsführer der Stadtwerke Wächtersbach GmbH ist.

Gleiches gelte für die Stadtentwicklung, bei der stets auch nachhaltige Überlegungen in die Entscheidungen einfließen würden. Dazu gehöre besonders die „Baulandausweisung in der Stadt“, bei der solche Flächen erschlossen würden, bei denen eine Infrastruktur, wie Kanal, Wasser und Straßen bereits vorhanden sei, um damit Ressourcen, insbesondere den Grünlandverbrauch, zu schonen. „Wo dies möglich ist, wie beispielsweise in Leisenwald und im Bereich ‚Am Dietrichsberg‘ in der Innenstadt, wird das bereits umgesetzt“, zeigt Weiher auf.

Auch für die Mobilität und neue Formen der Mobilität werde in Wächtersbach viel getan: „Unsere Stadtbediensteten nutzen für ihre Dienstfahrten bereits zwei Pkw, die mit Strom fahren; außerdem ein E-Bike“, erklärt der Bürgermeister.

Seit vielen Jahren habe man die sogenannten CityBus-Linen für Einkaufsfahrten und Arztbesuche, Anrufsammeltaxi für junge Leute und Menschen ohne Führerschein, das für Fahrten außerhalb des ÖPNV kostengünstig benutzt werde. „Beide Angebote bieten einerseits mehr Mobilität, helfen aber auch gleichzeitig dabei, viele ‚Einzelfahrten‘ zu vermeiden, was nachweislich gut für die Klimabilanz ist“, erklärt Weiher. Auch die Sanierung des Bahnhofs in Wächtersbach, an der sich die Stadt Wächtersbach finanziell beteiligt habe, sowie die Erweiterung der Parkflächen sei nicht zuletzt auch deshalb erfolgt, um Berufstätigen den ÖPNV attraktiver zu machen. „Jeden Tag pendeln vom Bahnhof Wächtersbach circa 4.500 Personen zur Arbeit und lassen damit ihr Auto entweder am Bahnhof oder gleich ganz zu Hause“.

„Ob wir darüber hinaus auch noch, wie im aktuellen Pressebericht der Wächtersbacher Grünen gefordert, auch noch die Flussläufe von Kinzig und Bracht renaturieren müssen, mit dieser Frage muss sich die Stadtverordnetenversammlung wohl in Kürze befassen. Hier muss zunächst geprüft werden, wessen Aufgabe dies ist und zu welchen finanziellen Lasten die Projekte gehen werden. Man kann zwar fast alles, Maßnahmen sollten jedoch immer im Verhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit stehen“, so Bürgermeister Weiher abschließend zur Pressemitteilung der Grünen.

„Insgesamt verfügen wir hier in Wächtersbach über einen vorbildlichen Mix an erneuerbaren Energiequellen, der ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz durch CO2-Einsparung darstellt. Auch wenn deshalb Wächtersbach schon Klimakommune zertifiziert ist, stellt dies für mich keinen Grund dar, stehen zu bleiben. Wir wollen noch besser werden, und die aktuelle Betrachtung zeigt es auch: Wir werden Jahr um Jahr besser und das auf vielen Gebieten, wie Energieversorgung, Umweltschutz, Schutz der Pflanzen- und Tierwelt sowie Ressourcenschonung bei Wasser und Bodenflächen,“ bekräftigt Bürgermeister Andreas Weiher abschließend in seiner Pressemeldung.

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