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Steinau: Brüder-Grimm-Schule offiziell als Naturparkschule zertifiziert

Steinau: Brüder-Grimm-Schule offiziell als Naturparkschule zertifiziert

Ein ganz besonderer Tag prägte den 30. April an der Brüder-Grimm-Schule: Im feierlichen Rahmen wurde die Grundschule offiziell als Naturparkschule des Hessischen Spessarts zertifiziert – als erste von insgesamt sechs Schulen in der Region. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen, Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern wurde damit nicht nur eine besondere Auszeichnung gefeiert, sondern auch der Abschluss der Projektwoche „Der Natur auf der Spur“.

Die Zertifizierung erfolgte durch Herrn Hess vom Naturpark Spessart. Grußworte sprachen außerdem der Schulleiter Herr Seib, der Schuldezernent des Main-Kinzig-Kreises, Jannik Marquardt (CDU), der Schuldezernent Herr Will, der Bürgermeister der Stadt Steinau, Christian Zimmermann (parteilos) sowie die Konrektorin der Brüder-GrimmSchule, Frau Gärtner.

Unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ verwandelte sich die Schule eine Woche lang in einen Ort des Forschens, Entdeckens und kreativen Arbeitens. Statt klassischem Unterricht standen Naturbeobachtungen, Experimente, Expertenbesuche und praktische Projekte im Mittelpunkt. Die Ergebnisse präsentierten die Klassen anschließend entlang einer „Pfeilspur“ auf dem Schulgelände.

Tiere, Fossilien und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Die Klassen beschäftigten sich mit ganz unterschiedlichen Themen aus Natur und Umwelt. Die Klasse 1b widmete sich heimischen Wildtieren. Nach einer intensiven Beschäftigung mit dem Fuchs konnten die Kinder eigene Lieblingstiere auswählen, Informationen sammeln und erste Plakate gestalten. Ergänzt wurde das Projekt durch Bastelarbeiten, Forschungen und kreative Aufgaben. Besonders spannend fanden die Schülerinnen und Schüler die Erkenntnis, dass das Reh nicht die „Frau vom Hirsch“ ist.

In der Klasse 2c drehte sich alles um die Bienen. Mit großer Begeisterung lernten die Kinder den Körperbau, das Leben im Bienenstock sowie die Entwicklung von der Larve bis zur fertigen Biene kennen. Ein besonderes Highlight war der Besuch eines Imkers, der einen Bienenstock, einen Smoker und seinen Imkeranzug mitbrachte und zahlreiche Fragen beantwortete. Außerdem entstanden Insektenhotels in Bienenform. Den Abschluss bildete ein gemeinsames „Bienenfrühstück“ mit Honig, Bienenkeksen und Obstspießen.

Die Klassen 3a und 3c erforschten heimische Vogelarten. Dabei standen Bach-, Wiesen-, Feld- und Gartenvögel im Mittelpunkt. In Kleingruppen recherchierten die Kinder verschiedene Vogelarten, beobachteten heimische Vögel in der Natur und bauten eigene Vogelfutteranhänger sowie Nistkästen. Besonders beeindruckend waren Sichtungen von Eisvogel, Storch, Goldammer, Feldsperling und Stockente. Zudem entstanden informative Lapbooks rund um Lebensraum, Nahrung und Feinde der Vögel.

Die Klasse 4a begab sich auf eine Reise in die Vergangenheit und beschäftigte sich intensiv mit Fossilien und Erdzeitaltern. Neben selbst gestalteten Fossilienabdrücken und Dinosaurier-Lapbooks gehörte ein Ausflug in das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt zu den Höhepunkten der Woche. Dort bestaunten die Kinder beeindruckende Dinosaurierfossilien. Außerdem konnten sie mit Lupen, Mikroskopen sowie Hammer und Meißel selbst Fossilien freilegen und Haifischzähne entdecken.

Die Klasse 4b widmete sich den Fledermäusen. Die Schülerinnen und Schüler lernten Spannendes über Orientierung, Schall und Lebensweise der nachtaktiven Tiere und bauten eigene Fledermauskästen.

Lernen mit allen Sinnen

Neben den einzelnen Klassenprojekten gab es zahlreiche weitere Stationen rund um Nachhaltigkeit, Waldtiere, Kellerasseln, Insekten und fantasievolle Wichtelhäuser aus Naturmaterialien. Überall auf dem Schulgelände entstanden Plakate, Lapbooks und praktische Naturschutzprojekte wie Nistkästen, Fledermauskästen und Bienenhotels. Auch die Eltern unterstützten die Veranstaltung engagiert mit einem Verkaufsstand für Muffins, Laugengebäck, Waffeln und Getränke. Die Einnahmen kommen dem Schulgarten der Schule zugute.

In ihrer Ansprache betonte die Schulleitung, dass die Auszeichnung als Naturparkschule nicht nur eine Ehrung, sondern zugleich ein Auftrag für die Zukunft sei. Ziel bleibe es, Naturerfahrungen dauerhaft im Schulalltag zu verankern und Kinder für Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit zu begeistern. Die Projektwoche zeige eindrucksvoll, wie lebendig Lernen sein könne: neugierig, praktisch und mit allen Sinnen – ganz im Sinne einer Schule, die der Natur auch künftig auf der Spur bleiben möchte.

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