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Artenvielfalt in Hessen wiederherstellen

Auf der Landesvertreterversammlung des NABU Hessen am Sonntag in Wetzlar forderten die über 130 Delegierten die Landesregierung dazu auf, den bisher zu farblosen Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans der Natur mit konkreten Zielen zu unterlegen und keine weiteren politischen Initiativen zur Außerkraftsetzung des zugrunde liegenden EU-Gesetzes zu starten.

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„Das Land muss der Öffentlichkeit vielmehr deutlich machen, welche große Chancen in der Wiederherstellung der Natur für den Schutz unserer Lebensgrundlagen liegen, ohne die ein nachhaltiges Wirtschaften gar nicht möglich wäre“, erklärte Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Deshalb sei es wichtig, das Artensterben zu stoppen und neue Lebensräume für die biologische Vielfalt zu schaffen. „Ob Feldlerche, Laubfrosch, Zauneidechse oder Arnika: Wir brauchen mehr konkrete Maßnahmen für unsere gefährdeten Tiere und Pflanzen“, so Sommerhage. Die Wiederherstellung ihrer Lebensräume sei nicht nur aus ökonomischen Gründen wichtig, sie biete auch ein großes Potenzial für Erholung und Wohlbefinden. „Letztlich ist die Vielfalt der Natur der größte Schatz unserer Heimat“, erläuterte Sommerhage.

Wichtige Aufgaben für das Land
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Mit der Hessischen Biodiversitätsstrategie, der Kooperationsvereinbarung Landwirtschaft und Naturschutz, dem Pestizidreduktionsplan, den Artenhilfskonzepten und den Artenhilfsprogrammen hat das Land im Laufe der letzten Jahre einige ambitionierte Konzepte für den Erhalt der biologischen Vielfalt entwickelt. „Es gilt jetzt, diese selbstgesetzten politischen Ziele und Strategien in die Praxis umzusetzen. Wir brauchen mehr Taten“, ermuntert Sommerhage die Landesregierung zum Handeln. Das Land müsse seine Vorbildfunktion wahrnehmen und eigene Flächen für die Renaturierung bereitstellen. „Der aktuelle Mehraufwand für die Wiederherstellung der Natur rechnet sich. Die Vorsorge für unsere Kinder senkt schon mittelfristig die Kosten für die bevorstehende Anpassung an die Klimakrise“, so Sommerhage.

Mehr Natur in der Feldflur
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Für die offene Feldflur fordert der NABU Hessen mehr Hecken und Brachen. „Unsere Feldvögel brauchen eine strukturreiche Landschaft, in der sie genügend Nahrung und Brutmöglichkeiten finden“, erklärte Sommerhage. Deshalb sei es wichtig, einen Biotopverbund auf 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu entwickeln. Gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind nur überlebensfähig, so der NABU, wenn sie wandern, sich austauschen und weiterverbreiten können. „Hecken und Brachen nützen nicht nur der Artenvielfalt, sondern tragen auch dazu bei, die landwirtschaftliche Produktivität zu erhalten. Ob Wasserrückhalt, gesunde Böden oder die Leistung der Bestäuber für den hessischen Apfelwein: Wenn wir der Natur mehr Raum geben, gibt sie uns all diese Leistungen kostenfrei zurück“, so Sommerhage.

Lebendige Auen und kühle Wälder
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Auch Gewässer und Wälder spielen eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der Natur. „Lebendige Auen, in denen sich die Natur wieder ausbreiten darf, unterstützen den Wasserrückhalt, die Neubildung von Grundwasser und den Hochwasserschutz. Deshalb gilt es, den Biber als kostengünstigen Landschaftsgestalter zu fördern und naturnahe Gewässerufer auszuweisen, in denen die Natur frei walten darf“, erläutert Sommerhage. Beim natürlichen Klimaschutz sind, so der NABU, alte geschlossene Laubwälder, die sich selbst vor Austrocknung schützen können, unverzichtbar. „Alte Wälder kühlen die Landschaft, binden viel Kohlendioxid, dienen als Wasserspeicher und bieten mannigfache Lebensräume für Tiere und Pflanzen“, so Sommerhage. Auch im Siedlungsraum könne viel für die Wiederherstellung der Natur getan werden, so. z.B. mit mehr heimischen Bäumen und Sträuchern, Fassadenbegrünung, Nistmöglichkeiten für Vögel und Gebäudequartieren für Fledermäuse.

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