In Hessen ist das RP Darmstadt für die Anordnung des Beginns der Überwachung der Deiche gegenüber den Kommunen zuständig. Einer der Schwerpunkte der Tagung war deshalb der organisatorische Ablauf bei einem Hochwasser vom Anfang der Alarmierung bis zur Ausrufung des Katastrophenfalls. Dabei kann die Landesbehörde notfalls von den Gemeinden und Städten verlangen, Straßen zu sperren und bestimmte Bereiche zu evakuieren. Das Ganze geschieht jedoch stets kooperativ zwischen dem RP und den betroffenen Anliegerkommunen an Rhein und Main.
Die Behörde schult die lokalen Wasser- und Feuerwehren regelmäßig und schaut sich die Ausrüstung vor Ort an. „Solche Einsatzlagen können sich unter Umständen mehrere Wochen hinziehen“, so Holger Densky, der das Dezernat „Staatlicher Wasserbau“ beim RP leitet. Entscheidend sei, dass Schäden an den Deichen rechtzeitig erkannt werden und dann sofort geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Im Hochwasserfall liegt die Einsatzleitung bei ihm, einschließlich der Anordnung von Evakuierungen.
Abschließend gab es eine gemeinsame Exkursion zum Hochwassersperrtor in Ginsheim, das als größtes Sonderbauwerk am Rhein das flache Hinterland vor einem Rheinhochwasser schützt. Die Ingenieure Julian Podzuweit und Jakob Fechter vom RP führten die Funktionsweise, die digitale Steuerung und die Wartung des Sperrtors vor.
Download: Broschüre Instruktion zur Deichverteidigung


