Laufen lernen, ist so ein Abenteuer. Schritt für Schritt wird die Welt jeden Tag ein Stückchen größer und weiter. Und jeder von uns ist dabei gestolpert, ist angestoßen, hat sich Schrammen geholt, ja manchmal auch auf den Kopf gefallen. Trotzdem am Ende konnten wir alle Laufen. So begann das Abenteuer Leben. Das sogenannte allgemeine Lebensrisiko begleitet uns von der Geburt bis in den Tod. Lebensrisiko oder allgemeines Lebensrisiko ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der alle Gefahren beschreibt, die zu rechtlich relevanten Nachteilen für Menschen führen können und nicht durch gesetzliche oder vertragliche Haftungsnormen geschützt werden. Kurz gesagt, man kann nicht alles absichern, das ist damit gemeint. Zum Kernbereich des Lebensrisikos gehören die Teilnahme am allgemeinen Verkehr, Schädigungen durch Umweltbelastungen und Gegebenheiten der Natur, das Auftreten von Mängeln in der Privatsphäre. Wie sagte schon Joachim Ringelnatz. (1883 - 1934), eigentlich Hans Bötticher, deutscher Lyriker, Erzähler und Maler: „Sicher ist, dass nichts sicher ist, selbst das nicht!“ Ja, das sollte jedermann und -frau wissen und akzeptieren. Geht das, lebt es sich leichter und ungenierter.
Konfuzius (chinesischer Philosoph zur Zeit der Östlichen Zhou-Dynastie. Er lebte vermutlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.) gibt dazu einen interessanten Hinweis: „Erzähle es mir und ich werde es vergessen. Zeige es mir und ich werde mich erinnern. Lass’ es mich tun und ich werde es behalten!“ Lernen bei tuen sagt man heute dazu. Die hohe Kunst der Erziehung von Kindern ist, sie zu fordern und fördern und dabei nicht zu überfordern. Ja., das ist nicht so einfach. Aber nicht loslassen und nicht selbstständig werden lassen, erzeugt kleine selbstgefällige Nichtsnutze, die alles mundgerecht vor den Allerwertesten geliefert bekommen wollen. Eben Lebensuntaugliche. Das wollen wir doch nicht. Und wenn dann aus dem Abenteuer Leben der Ernst des Lebens wird, beginnt eine neue Episode im Leben. Jetzt muss man sich täglich bewehren, das große Abenteuer Leben ist los. Das Wörterbuch sagt zu Abenteuer: Mit einem außergewöhnlichen, erregenden Geschehen verbundene gefahrvolle Situation, die jemand zu bestehen hat oder außergewöhnliches, erregendes Erlebnis. Ja, das bietet uns unser Alltag. Wir müssen es nur erkennen und annehmen.
Andere bezeichnen als Abenteuer eine risikoreiche Reise oder eine risikoreiche Erkundung, die sich stark vom Alltag unterscheidet. Es geht um das Verlassen des gewohnten Umfeldes, um etwas Wagnishaltiges zu unternehmen, das interessant, faszinierend oder auch gefährlich zu sein verspricht. Fragt man mich nach meinem letzten Abenteuer, sag' ich nur, ja, der Abend war teuer. Ich bleib' derweil daheim und bewältige mein Abenteuer Leben, schau' über den Tellerrand und guck’, was in der Welt so los ist. Ei Gude, wie!
Zum Autor
Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (73) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache, die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: helmut.mueller@vorsprung-online.de



