Karl Schrass, seit September neuer Klimaanpassungsmanager des Main-Kinzig-Kreises, gab einen Überblick über den Sachstand in den Kommunen sowie die gemeinsamen Schwerpunkte bei der grünen Infrastruktur, dem Hitzeschutz und einem modernen Starkregenmanagement. "Dabei wurde deutlich, wie groß das Engagement in den Städten und Gemeinden zu diesem Thema ist: Die Kommunen treiben die praktische Umsetzung aktiv voran, wie der PikoPark in Langenselbold oder umfangreiche Baumpflanzungen in Bad Soden-Salmünster eindrucksvoll zeigen. Aktuell entwickeln Kommunen wie Gelnhausen, Gründau, Linsengericht und Maintal zudem eigene Klimaanpassungskonzepte", heißt es aus der Kreisverwaltung.
Klimagerechte Schulen und neue Handlungsspielräume
Einen Einblick in die Sanierung kreiseigener Liegenschaften gab Klimaschutzmanagerin Mariia Kolmakova: "Der Fokus liegt hierbei auf den zahlreichen Schulen: Derzeit befinden sich bereits neun Projekte in der aktiven Umsetzung und für das Jahr 2026 sind mehr als 15 weitere Maßnahmen fest eingeplant. Diese Vorhaben umfassen unter anderem weitreichende Dach-, Fenster- und Fassadensanierungen sowie die Installation von Sonnenschutz und LED-Beleuchtung. Wie bedeutsam diese Investitionen sind, zeigen die Beispiele an der Erich-Kästner-Schule in Maintal und der Anton-Calaminus-Schule in Gründau, für die bereits Maßnahmen im jeweils sechsstelligen Bereich geplant sind."
Im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) wurden Förderanträge für Sporthallenstandorte gestellt. Zwei Projekte – in Gelnhausen und Großkrotzenburg – haben bereits eine weitere Auswahlstufe im Verfahren erreicht: "Die geplanten Maßnahmen zielen auf eine Verbesserung der Energieeffizienz, der funktionalen Qualität sowie der Barrierefreiheit und tragen zu einer langfristig nachhaltigen Nutzung der Gebäude bei."
Ein weiterer Baustein sei das „Hausmeister-Budget“: "Es ermöglicht, kleinere Maßnahmen zur Energieeinsparung kurzfristig und mit überschaubarem Aufwand umzusetzen – etwa den Austausch von Thermostatventilen oder die Umrüstung auf LED-Beleuchtung. Hierfür steht ein begrenzter finanzieller Rahmen zur Verfügung, der gezielt für praktische Verbesserungen im laufenden Betrieb eingesetzt werden kann", erläuterte Mariia Kolmakova.
Als technisches Highlight präsentierte Karl Schrass die „Klimasuite“, ein digitales Analyse-Tool für kommunale Entscheider: "Das Werkzeug führt verstreute Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), des Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) sowie des Erdbeobachtungssystems Copernicus zusammen. Das Tool ermöglicht Standortanalysen auf Parzellenebene, berechnet Risiken für Hitze oder Starkregen und gibt direkte Empfehlungen für Schutzmaßnahmen und passende Förderprogramme. Mit der Nutzung innovativer und moderner Lösungen wie der ‚Klimasuite‘ machen wir Risiken sichtbar, bevor sie zum Problem werden“, so Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann. „Das ermöglicht unseren Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern eine klimaangepasste Planung auf Knopfdruck.“
Die Klimasuite werde gezielt den Kommunen zur Verfügung gestellt, um diese bei der Klimaanpassung zu unterstützen: "Damit erhalten auch kleinere Gemeinden den Zugang zu High-End-Analysetools, für die bisher oft die Ressourcen oder das spezialisierte Fachpersonal fehlten."
Julian Tobisch vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises präsentierte die Fortschritte der In-Situ-Stabilisierung auf den Deponien des Landkreises. "Durch die gezielte Belüftung der Deponiekörper wird der Ausstoß des hochklimaschädlichen Methans, das 28-mal wirksamer als CO2 ist, drastisch reduziert. Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Anlagen an den Standorten Hailer, Hohenzell, Bruchköbel und Neuberg im Februar 2026 realisiert der Kreis nun eine Gesamteinsparung von rund 800.000 Tonnen CO2-Äquivalenten“, beton der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Hofmann die Effektivität des Projekts und ergänzt: „Der Main-Kinzig-Kreis nutzt gezielt die Möglichkeiten, die sich bieten und leistet vor Ort wesentliche Beiträge zum Klimaschutz.“
Abschließend hob der Erste Kreisbeigeordnete die Bedeutung der engen Zusammenarbeit hervor: „Der Main-Kinzig-Kreis beweist, dass wir beim Klimaschutz auf starken Säulen bauen: Durch greifbare Bauprojekte und digitale Innovationen auf Kreisebene sowie die engagierte Arbeit direkt in unseren Kommunen reduzieren wir aktiv unsere Emissionen und wappnen unsere Region gemeinsam für die Zukunft.“



