Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Hauptgeschäftsführer Dr. Gunther Quidde und Präsidentin Natasha Rohde standen die aktuelle wirtschaftliche Situation in der Region sowie die Herausforderungen und Chancen für Unternehmen im Main-Kinzig-Kreis.
Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, dass sich viele Betriebe derzeit in einer schwierigen Lage befinden. Steigende Kosten in nahezu allen Bereichen, hohe Energiepreise sowie der anhaltende Fachkräftemangel setzen Unternehmen zunehmend unter Druck. Auch fehlende Kinderbetreuungsangebote erschweren es vielen Familien und Beschäftigten, Beruf und Alltag miteinander zu vereinbaren. "Der Mittelstand braucht mehr Vertrauen und weniger zusätzliche Belastungen. Viele Unternehmen investieren, bilden aus und übernehmen Verantwortung unter immer schwierigeren Bedingungen. Umso wichtiger ist es, ihre Perspektiven stärker in politische Entscheidungen einzubeziehen." – betont Natasha Rohde, Präsidentin der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.
Gleichzeitig waren sich die Gesprächspartner einig, dass es in Deutschland positive Impulse brauche. „Deutschland ist ein wichtiger Industriestandort. Unsere Unternehmen verfügen über Innovationskraft, Know-how und engagierte Beschäftigte. Dennoch befindet sich die Wirtschaft aktuell in einer problematischen Situation, die entschlossenes Handeln erfordert“, betonte Lisa Gnadl. "Verlässliche Kinderbetreuung ist ein wichtiger Schlüssel gegen den Fachkräftemangel. Viele gut ausgebildete Frauen könnten deutlich schneller und umfangreicher in den Beruf zurückkehren, wenn Familie und Beruf besser vereinbar wären.“ – ergänzt Frau Präsidentin Rohde. Dafür sehe Gnadl viele Ansätze in der hessischen Landesregierung wie zum Beispiel den „HessenFonds“ mit dem bis jetzt schon 350 Unternehmen in Hessen gefördert wurden. Auch die Novellierung des Tariftreue- und Vergabegesetzes sei wichtig, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, Tarifbindung zu stärken und öffentliche Aufträge verstärkt an Unternehmen zu vergeben, die soziale und arbeitsrechtliche Standards einhalten. Gleichzeitig investiert das Land in gute Kitas, um die Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern und es Eltern zu ermöglichen, arbeiten zu gehen.
Landespolitik versucht derzeit, das Handwerk attraktiver zu gestalten und junge Menschen stärker für Ausbildungsberufe zu gewinnen. Gelingen soll diese unter anderem mit dem neu eingeführten kostenfreien Meister in Hessen, der eine wichtige Unterstützung für angehende Meisterinnen und Meister bietet. Zusätzlich sollen Unternehmen in Hessen mit dem „HessenFonds“ unterstützt und Investitionen erleichtert werden. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.
Zum Abschluss des Besuchs dankte Lisa Gnadl der IHK für den offenen Austausch und die wichtigen Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Region. Der direkte Dialog mit Unternehmen und Interessenvertretungen bleibe entscheidend, um passgenaue politische Lösungen entwickeln zu können.


