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Main-Kinzig-Kreis: Millionen-Summe für Energiespar-Sanierung von Wohnungen

Main-Kinzig-Kreis: Millionen-Summe für Energiespar-Sanierung von Wohnungen

Viele Häuser im Main-Kinzig-Kreis brauchen bald viele Handwerker: Die Wohngebäude sind enorm in die Jahre gekommen. Von den insgesamt rund 202.000 Wohnungen im Main-Kinzig-Kreis sind 63 Prozent schon 45 Jahre oder älter: Rund 127.000 Wohnungen in Altbauten sind damit mehr oder weniger „reif für eine Sanierung“. Das geht aus der aktuellen Analyse zum regionalen Wohnungsbestand hervor, die das Pestel-Institut gemacht hat.

Ein wichtiger Punkt bei dem „Gebäude-Check“: der Energieverbrauch. „Je mehr Geld Bewohner fürs Heizen und für warmes Wasser ausgeben müssen, desto höher ist der Druck, das Haus energetisch zu sanieren“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Im Fokus der Untersuchung steht deshalb auch die durchschnittlich verbrauchte Energie pro Quadratmeter Wohnfläche im Main-Kinzig-Kreis.

„Dabei herausgekommen ist, dass die Wohngebäude im Main-Kinzig-Kreis beim Energieverbrauch 1,7 Prozent pro Quadratmeter über dem bundesweiten Durchschnitt liegen“, so Matthias Günther. Dazu habe das Pestel-Institut in seiner Datenanalyse die Struktur der Wohngebäude im Main-Kinzig-Kreis mit dem Bundesdurchschnitt verglichen. Wichtig sei dabei insbesondere die Altersstruktur der Wohngebäude. Ebenso der Gebäudetyp – also die Anzahl der Ein- und Zweifamilienhäuser sowie der Mehrfamilienhäuser.

Der Energieverbrauch fürs Wohnen ist nach Angaben des Pestel-Instituts der entscheidende Richtwert für die Energiespar-Sanierungen, die in den kommenden Jahren noch auf den Main-Kinzig-Kreis zukommen: „Immerhin sei es das Ziel, den gesamten Gebäudebestand in Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. Wenn der Main-Kinzig-Kreis bis dahin klimaneutral wohnen soll, dann ist es notwendig, bei den Sanierungen in den ‚Turbo-Gang‘ zu schalten“, so Matthias Günther vom Pestel-Institut, das die Regional-Untersuchung zur Sanierung von Wohngebäuden im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) gemacht hat.

Für die Hauseigentümer bedeute dies, in die Tasche greifen zu müssen: „Pro Jahr sollte sich der Main-Kinzig-Kreis auf rund 814 Millionen Euro Sanierungskosten einstellen – allein fürs Energiesparen. Und das zwanzig Jahre lang“, erklärt Matthias Günther. Basis der Berechnungen ist eine bundesweite Studie des landeseigenen Bauforschungsinstituts „ARGE für zeitgemäßes Wohnen“ in Schleswig-Holstein.

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel spricht von einem „Mammut-Projekt für den Main-Kinzig-Kreis“. Dessen Präsidentin Katharina Metzger fordert deshalb jetzt „finanziellen Rückenwind“ für die Eigentümer: „Entscheidend ist, dass mehr und mehr – gerade private – Hauseigentümer mitziehen. Vor allem, dass sie sich Sanierungen überhaupt erlauben können. Das klappt nur, wenn die Politik mehr Anreize schafft: Es ist höchste Zeit, Energiespar-Sanierungen deutlich besser zu fördern als bislang.“ Auf keinen Fall dürfe Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit ihren Plänen durchkommen, Förderprogramme für die Sanierung zusammenzustreichen – und das um mehr als 3 Milliarden Euro.

An die Adresse der Bundestagsabgeordneten aus dem Main-Kinzig-Kreis und der Region appelliert der Baustoff-Fachhandel, sich in Berlin für einen „Push bei der Gebäudesanierung“ stark zu machen: „Altbau-Sanierungen würden helfen, Jobs auf dem Bau im Main-Kinzig-Kreis zu sichern. Denn die Wohnungsbaukrise wird von Tag zu Tag schlimmer“, so BDB-Präsidentin Katharina Metzger.

Der Wohnungsbau sei wie gelähmt: Zwar habe Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) versprochen, dass „die Bagger auch wieder rollen“. „Doch auf den versprochenen Neubau-Turbo warten der Main-Kinzig-Kreis und Hessen immer noch. Die Wohnungsbaukrise geht weiter. Dem Bau rutschen die Kapazitäten weg: Bauarbeiter verlieren ihre Arbeit. Betriebe machen dicht. Diese Bau-Spirale nach unten muss vor allem der Bund jetzt dringend stoppen: Er muss die Konjunktur-Notbremse für den Bau ziehen“, fordert Katharina Metzger. Gerade das Ankurbeln von Sanierungen und Modernisierungen gebe dem Bau einen wichtigen Schub, den dieser dringend brauche.

Im Fokus muss dabei das Energiesparen stehen, so das Pestel-Institut. „Um Heizkosten zu senken, sind die Dachdämmung, neue Isolierfenster und Wärmepumpen das A und O. Dabei ist es bei einem alten Dach nicht so entscheidend, ob drei Zentimeter mehr oder weniger an Dämmung zwischen die Sparren passen. Hauptsache, ab der obersten Geschossdecke passiert überhaupt etwas“, sagt Institutsleiter Günther.

Wenn sich Eigentümer entschließen, Handwerker ins Haus zu holen, dann biete es sich an, möglichst umfassend zu sanieren: „Wenn Dach und Fassade gemacht werden müssen, dann ist es natürlich günstiger, das Gerüst nur einmal aufbauen zu müssen“, rät Katharina Metzger vom Bundesverband des Baustoff-Fachhandels.

Es sei oft effektiver und unterm Strich in der Regel auch günstiger, möglichst viel in einem Rutsch zu machen: „Also lieber im Rundumschlag sanieren als Stück für Stück über Jahre verteilt. Das ist natürlich immer auch eine Frage des Portemonnaies“, so Katharina Metzger. Es lohne sich aber, mit Handwerksbetrieben darüber zu sprechen und ein Sanierungskonzept zu machen. Und wenn doch in Schritten saniert werde, dann in der richtigen Reihenfolge: „Erst die Häuser energetisch fit machen – also dämmen. Dann die Wärmepumpe“, so Metzger.

Neben der energetischen Sanierung biete sich vor allem auch der altersgerechte Umbau an, um Seniorenwohnungen zu schaffen. „Wer ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung hat, sollte rechtzeitig dafür sorgen, dass er in den eigenen vier Wänden auch alt werden kann“, rät Katharina Metzger.

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Kommentare

10
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
8 monate vor
Zum Glück kostet die Energiewende nur eine Kugel Eis.
Stellt euch vor, man müsste sich für eine Sanierung hoch verschulden.
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13
uǝʌS
8 monate vor
Egal welche Unsummen da auf uns zukommen, es wird das Weltklima nicht im Geringsten interessieren.

Bin ich jetzt ein "Klimaleugner"?

Das Klima der Erde hat sich seit dem allerersten Tag verändert, das wird auch so bleiben. Ja, möglicherweise hat auch unsere Zivilisation damit zu tun. Positiv oder negativ, kann ich nicht beurteilen.
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11
Old white man
8 monate vor
Natürlcih gibt es eine direkte Abhängigkeit von Menschen und Klima. Die Zahl der Mensxhen hat sich in den letzten 200 Jahren auf diesem Planeten glatt VERACHTFACHT.

Dazu kommen zunehmend erst jetzt die bevölkerungsreichen Staaten auf den Gesxhmack von Komfort und Luxus. Ohne Klimaanlage können Sie Städte in Südostasien z.B. Indien oder Südchina kaum mehr besiedeln. Und jetzt zieht auch noch die Grundstoffchemie dorthin.

Die gute Nachricht, das sind alles Wärmepumpen und der Strom schickt dort keine Rechnung. Sarkasmus off.
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Markus
8 monate vor
Da fehlt einfach der nötige Intellekt!
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Ruffty
8 monate vor
Dann hast du ja Anbetracht deines letzten Wortes wirklich Glück daß KI bei dir die Rechtschreibung übernommen hat.
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Old white man
8 monate vor
Das soll reichen? 2000 Euro p.a. und Einwohner? Was wollen Sie damit denn machen. Dafür bekommen Sie weder neue Fenster, Fassade oder gar ein neues Dach mit dicken Sparren oder aufgedoppelten um die Dämmumg unterzubringen. Auch nicht, wenn Sie es auf 10 Jahre absxhreiben sollten. Und was ist mit Behördenbauten, Schulen etc.

Schönrechnerei, damit es keinen direkt schockt. Man könnte ja die Mehrwertsteuer dafür streichen. Sonst gibt es unser FM diese Zusatzeinnahmen wieder den Faulen in staatsfinanzierten und beheizten Ramschimmobilien. Die renovieren sicher zuletzt.
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