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Keiler Bier

Nur 220 Bauarbeiter im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau sind über 63

Nur 220 Bauarbeiter im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau sind über 63

Wenn der Job längst zu hart und die Rente noch zu weit weg ist: Von den rund 5.720 Bauarbeitern im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal rund 220 Beschäftigte älter als 63 Jahre. „Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Gernot Sattler von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

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Der Vorsitzende der IG BAU Hessen-Mitte sieht dabei eine kritische Altersgrenze: „Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, so Gernot Sattler.

Für die IG BAU Hessen-Mitte ist klar: „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance“, so Gernot Sattler. Der Gewerkschafter kritisiert damit die Pläne der Rentenkommission, die die Bundesregierung umsetzen will. „Was dabei fehlt, ist die Flexi-Rente. Also die Chance auf vernünftige Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand für alle Branchen, in denen Beschäftigte durch ihren Job gesundheitlich einfach früher am Ende sind. Eine faire Rente muss unbedingt dem ‚Härtegrad der Arbeit‘, die geleistet wird, angepasst werden“, sagt Gernot Sattler und fordert für die Betroffenen einen „Expresszugang in den regulären Ruhestand“.

Das gelte für die Baubranche, aber auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung, den Garten- und Landschaftsbau. An die heimischen Bundestagsabgeordneten in der Region appelliert die IG BAU Hessen-Mitte, „Renten-Rückgrat“ zu zeigen und die Pläne der Bundesregierung „dringend zu korrigieren“. Andernfalls würden viele Berufe, in denen hart gearbeitet werde, mehr und mehr an Attraktivität verlieren.

Ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft: das Abschaffen der Rente mit 63. „Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht. Es macht ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung“, sagt Gernot Sattler. Betroffen davon seien viele: Im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau gibt es 66.400 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden, so die IG BAU Hessen-Mitte. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.

Der Chef der IG BAU Hessen-Mitte warnt, die geburtenstarken Jahrgänge nicht zu enttäuschen: „Immerhin haben viele Boomer ihre Beitragsjahre für die Rente voll. Sie haben 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und damit eine enorm lange Zeit ihres Lebens gearbeitet. Ihnen jetzt – gewissermaßen kurz vor knapp – die Rente mit 63 vor der Nase wegzuschnappen, das geht nicht. Das kostet politisches Vertrauen – und Vertrauen in den Staat“, ist Gernot Sattler überzeugt.

Im Fokus der Kritik der IG BAU Hessen-Mitte steht auch das Rentenniveau. Dabei gehe es um einen weiteren wichtigen Punkt von den 33 Vorschlägen, den die Rentenkommission vorgelegt hat: Es fehle eine garantierte Haltelinie beim Rentenniveau. Hierauf baue vor allem die kommende Rentner-Generation: „Der Staat darf den Baby-Boomern ab 2031 kein Absenken des Rentenniveaus unter 48 Prozent zumuten. Auch hier muss die Rentenpolitik Verantwortung zeigen: Rente ist politische Vertrauenssache“, so Gernot Sattler.

Die Bundesregierung müsse dringend klarstellen, dass es keinen Einbruch beim Rentenniveau gebe – auch nicht beim Übergang zur kapitalgedeckten Zusatzrente. „Grundsätzlich muss das Rentenniveau dann schnell wieder auf mindestens 53 Prozent kommen“, sagt IG BAU-Bezirkschef Gernot Sattler. Auch hierfür sollen sich, so die Forderung der IG BAU Hessen-Mitte, die heimischen Bundestagsabgeordneten in ihren Fraktionen in Berlin jetzt stark machen.

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Kommentare

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Bob der Baumeister
7 stunden vor
Wer heute ü60 ist und evtl. seit ü45 Jahren aufm Bau gearbeitet hat. Der kennt noch die 40kg Säcke aufm Buckel, den Betonmischer vor Ort, die Frankfurter Sandschaufel und Gerüste aus Lärchenstangen und Kettenverbinder. Sonnenschutz? Haha. Handschuhe? In den Wintern war man faktisch arbeitslos, im Sommer wurde halbnackt durchgebuckelt. Mindestens drei Insolvenzen mussten überbrückt werden.

Diese Generation verdient vollsten Respekt und keine Kanzlerhäme. Tja Bärbel, das waren und sind noch Deine Restwähler. Die Kohlekumpel in NRW wurden in den Brieftaubenruhestand versetzt, MIT 50. Es ging damals allerdings um Kernwähler im Saarland oder NRW. Bezahlt vom Steuerdeppen. Warum die? Weil die singen konnten? Die Gewerkschaft bei RAG faktisch im Aufsichtsrat saß?

Mach(t) nur weiter so.
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Hätteesgernschönhier
8 stunden vor
Wird die Rente die nächste Streitfrage analog der Rundfunkgebühr?? Wer zahlt und zahlt und zahlt bekommt nicht das, was er finanziert????? Er zahlt nur???
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Karlheinz
14 stunden vor
Kaum zu glauben, dass die IG Bau das Thema erst jetzt, wo es fast entschieden ist, für sich entdeckt hat.

Wo ist der Generalstreik, den ihr für eure Mitglieder einleitet?

Die Realität ist doch folgende: Die Erkrankten werden beim Jobcenter nach 24 Monaten Krankheit geparkt. Sie erhalten weder eine Umschulung noch eine Erwerbsminderungsrente.

Es geht nur darum, ihnen das vorzuenthalten, wofür einst unser Solidarsystem entwickelt wurde.

Die Kassen sind leer, weil zu viele beitragsfremde Leistungen daraus finanziert werden.

Man alimentiert lieber Menschen, die nie in dieses System eingezahlt haben.

Schämt euch. Ich kann jeden verstehen, der jünger ist, und unserem Land den Rücken kehrt.

Reform ja, aber dann richtig, d. h., jeder, auch die Beamtenschaft, und Selbstständige, muss in die Rentenversicherung einzahlen und darf keine bis zu 72 Prozent ihres letzten Nettogehalts als Pension erhalten.
Beamte sind keine Menschen erster Klasse.

Die zu hohen Diäten und Übergangsgelder sowie Ruhestandsgehälter der Politiker gehören genauso reformiert.
Selbst die linken Altkommunisten kassieren lieber, als mit gutem Beispiel voranzugehen.

Aber daran denkt keiner der Damen und Herren.
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Ruffty
10 stunden vor
Hut ab. Alles absolut zutreffend.
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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
7 stunden vor
Wohl wahr!

Aber leider sind das für die ungewaschenen linken Langschläfer Dinge, die ihrer Meinung nach falsch sind und deshalb nicht angesprochen werden dürfen.
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