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Feuertaufe bestanden: Hanau Hornets weiter auf Meisterschaftskurs

Feuertaufe bestanden: Hanau Hornets weiter auf Meisterschaftskurs
Foto: BLURRED PICS

Im Glutofen von Nieder-Eschbach haben Hanaus Footballhornissen im ersten Auswärtsspiel der Saison ihre Feuertaufe eindrucksvoll bestanden: Nach einem hochdramatischen Spiel durften die Brüder-Grimm-Städter die Heimreise mit einem 21:14-Sieg gegen Frankfurt Universe im Gepäck antreten. Dabei stand die Begegnung von Beginn an unter keinem guten Stern: Ganze acht der etatmäßigen Starter fanden sich am vergangenen Samstagvormittag nicht auf dem Spielberichtsbogen, darunter Nico Walch und Nicola Cucuzzella, die im Hinspiel alle vier Hanauer Touchdowns erzielt, sich im Spiel gegen die Hanau Ravens aber leichtere Blessuren zugezogen hatten.

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Nun mussten es also andere Spieler richten, und die Hornets taten sich in der ersten Halbzeit unübersehbar schwer. Geschuldet war dies auch einem hochmotivierten Frankfurter Gegner, der sich der Bedeutung dieses Spiels mehr als bewusst war: Nur mit einem Sieg hätte Universe noch realistische Chancen auf die diesjährige Meisterschaft, und die „Men in Purple“ warfen alles in die Waagschale, was sie hatten.

Gleich zu Spielbeginn profitiert Frankfurt von einem verheerenden Fehler der Hanauer Offense: Nachdem weder die Hornets noch Universe in ihrem jeweils ersten Drive entscheidenden Raumgewinn für sich verbuchen können, arbeiten sich die Gäste auch im zweiten Drive nur zögerlich nach vorn. Dann passiert es: Im dritten Versuch an der gegnerischen 40yard-Line gerät der Snap viel zu hoch, so dass Quarterback Ferdinand Stark ihn nur noch mit den Fingerspitzen erreicht, dabei aber ins Straucheln gerät. Den freien Ball schnappt sich Dominik Pommerening und stürmt unbedrängt zum Touchdown für Frankfurt, das nebst erfolgreichem „Point After Touchdown“ mit 7:0 in Führung geht. Das erste Quarter endet ohne weitere Highlights.

Für den „doppelten Nico“ ist heute Allrounder Ian Gutermann, der mit seinen kraftvollen Läufen schon in der Endphase des Ravens-Spiels hatte aufhorchen lassen, in die Rolle des Runningbacks geschlüpft und zeigt auch diesmal eine überragende Leistung. Gemeinsam mit Marvin Dell und Tim Hochapfel prägt er den Hanauer Angriff, der überwiegend auf Laufspiel setzt. Gutermann und Hochapfel sind es auch, die mit einem Reverse-Spielzug die gesamte Universe-Defense düpieren, so dass Hochapfel fast ohne Gegenwehr die sechzig yards in die gegnerische Endzone überbrücken kann. Lukas Hertrampf gleicht per PAT zum zwischenzeitlichen 7:7 aus.

Doch dabei wollen es die Hausherren nicht bewenden lassen. Wenn er keinen Abnehmer findet, bewegt Universe-Quarterback Moritz Ruhrmann das Ei selbst nach vorn und erläuft kurz hintereinander zwei First Downs. Strafen gegen Hanau bringen Frankfurt wenige Sekunden vor der Halbzeit drei yards an die gegnerische Endzone heran, bevor Ruhrmann pünktlich zum Pausentee seinen Wide Receiver im äussersten Winkel der Endzone bedient: Touchdown!Der PAT ist gut, und Frankfurt geht mit 14:7 in Führung.

„In der ersten Halbzeit hat uns völlig die Attitude gefehlt“, merkt Hornets-Headcoach Andy McMillan nach dem Spiel selbstkritisch an, „ganz im Gegensatz zu Universe, die uns stets eine Nasenlänge voraus waren. Dass wir mit einem Rückstand in die Pause gehen, war abzusehen.“ In der zweiten Halbzeit zeigt Hanau ein gänzlich anderes Gesicht. Ian Gutermann und Marvin Dell pflügen weiterhin durch die gegnerische Abwehr. Ferdinand Stark zirkelt einen weiten Paß über vierzig yards in die Arme von Lukas Hertrampf, der sich noch bis zur gegnerischen 5yard-Line vorarbeiten kann. Nach zwei missglückten Anläufen bricht Gutermann im dritten Versuch in die Endzone durch, Hertrampf besorgt den Ausglich zum 14:14. Auch die Hornets-Defense agiert nun deutlich entschlossener. Sebastian Balcerzyk und Alexander Höhl werfen sich ein ums andere Mal den Frankfurter Angriffsbemühungen entgegen.

Mit fortschreitendem Spiel fordern auch die hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 36 Grad ihren Tribut. Immer wieder sorgen Verletzungsunterbrechungen vor allem auf Universe-Seite dafür, dass der Spielfluss zum Ende des dritten Quarters verloren geht. Marvin Dell und Gaetano Pardo machen mit kraftvollen Läufen entscheidende Meter gut. Gutermann und Hochapfel überraschen mit einem weiteren Reverse-Spielzug, der die Hornets von der Mittellinie bis in die Red Zone der Gastgeber vordringen lässt. Den Schlusspunkt dieses Drives setzt Ian Gutermann mit einem kurzen Lauf zu seinem zweiten Touchdown. Auch der PAT ist gut und beendet beim Stand von 14:21 das dritte Quarter.

Das vierte Quarter bringt keine weiteren Punkte aufs Scoreboard. An der Hanauer Defense prallen alle Frankfurter Angriffsversuche ab. Universe gibt nicht auf. In einem letzten verzweifelten Versuch kurz nach der Two-Minute-Warning spielen sie ihren vierten Versuch bei noch verbleibenden zehn yards zum nächsten First Down aus, werden aber rechtzeitig gestoppt. Hanau kniet ab. „So verkorkst die erste Halbzeit war, so eindrucksvoll sind wir nach der Pause zurückgekommen“, strahlt McMillan im Huddle nach dem Spiel. „In der zweiten Halbzeit haben wir ein ganz anderes Auftreten an den Tag gelegt. Es war nicht immer schön, aber als es darauf ankam, waren alle zur Stelle.“

Durch den dritten Sieg im dritten Saisonspiel – noch dazu gegen den vermutlich größten Konkurrenten im Kampf um den Titel – sind die Chancen der Hornets auf eine erneute Meisterschaft deutlich gewachsen. Die Saison geht nun für zwei Monate in die Sommerpause, bevor am 23. August das nächste Auswärtsspiel bei den Gernsheim Gladiators ansteht.

Fotos: BLURRED PICS

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