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Die Kornkammer des Heiligen Römischen Reichs

Die Kornkammer des Heiligen Römischen Reichs

Schon in der Antike waren die Böden der heutigen Wetterau für ihre hohen Erträge bekannt.

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Nicht von ungefähr machte der römische Grenzwall Limes einen Schlenker, um den guten Boden für das Römische Reich zu sichern. Im Mittelalter galt die Region als „Kornkammer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Diese jahrtausende alte Tradition setzt sich bis heute fort. Mehr als die Hälfte des Wetterauer Bodens wird als landwirtschaftliche Fläche genutzt, rund zehn Prozent mehr als im hessischen Durchschnitt. Auf einer Fläche von rund 59.000 Hektar werden heute vor allem Weizen, Gerste und Zuckerrüben angebaut. Im Frühjahr ist jedoch in weiten Teilen der Wetterau der markante Raps zu sehen, der auf rund einem Zehntel der Flächen angebaut wird.

Wohl eine Folge dieser intensiven Nutzung ist, dass die Wetterau im Gegenzug rund elf Prozent weniger Waldfläche aufweist als das Land Hessen. Rund 32.000 Hektar werden von Laub- und Nadelbäumen bedeckt. Fürs Wohnen, Arbeiten, zur Fortbewegung und zur Erholung nutzen die Wetterauer rund fünfzehn Prozent der Flächen in der Wetterau. Dabei sind die beanspruchten Gebiete unterschiedlich verteilt. Während Bad Vilbel und Bad Nauheim mit rund einem Drittel Siedlungs- und Verkehrsfläche sehr dicht besiedelt sind, fallen Friedberg und Altenstadt mit rund zwanzig Prozent schon deutlich dahinter ab. Die geringsten Siedlungs- und Verkehrsflächen weisen Kefenrod, Echzell und Gedern auf.

Diese Entwicklung ist über die Jahre nicht gleich geblieben. Vielmehr hat sich der Flächenbedarf für öffentliche Zwecke, Dienstleistungen, Industrie, Gewerbe und Handel seit dem Jahr 1991 um gut dreißig Prozent erhöht, fürs Wohnen wurden rund ein Viertel mehr Flächen benötigt. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche hingegen nahm leicht um rund vier Prozent ab. „Damit zeigt sich, dass die Wetterau auch nach über 7000 Jahren Kulturgeschichte bei den Menschen noch immer eine hohe Attraktivität genießt und weiterhin ein gute Platz zum Arbeiten und Leben ist“, freut sich Landrat Joachim Arnold.

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